In Zeiten von Klimawandel und dem Ziel „Netto-Null“ wirkt die Planung eines massiven, zentralen Entsorgungshofes wie ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert.
1. Der Klima-Check: 147’000 Kilometer unnötiger Verkehr
Ein zentraler Standort zwingt fast alle 15’000 Einwohner von Stäfa und Uerikon dazu, für jede Entsorgung das Auto zu nutzen. Grob überschlagen verursacht ein zentraler Standort an der Industriestrasse 13 jährlich ca. 32,4 Tonnen CO2 allein durch den Anfahrtsverkehr. Eine dezentrale Quartierlösung, die Anfahrtswege minimiert und es den Bewohnern Stäfas ermöglicht auch per Velo oder zu Fuss die nächstgelegene Sammelstelle zu erreichen, würde diesen Ausstoss auf ca. 8,6 Tonnen senken.
Die Differenz von 25 Tonnen CO2 pro Jahr ist gewaltig. Um diese Menge zu kompensieren, müsste die Gemeinde Stäfa jedes Jahr 1’000 neue Buchen pflanzen.
2. Das Vorbild Zürich: Die Zukunft ist mobil und quartiernah
Stäfa müsste das Rad nicht neu erfinden. Ein Blick über die Gemeindegrenze zeigt, wie moderne Entsorgung heute funktioniert. Die Stadt Zürich baut bis Ende 2026 ein Netz von 32 dezentralen, mobilen Recyclinghöfen auf.
Das Ziel der Stadt Zürich ist klar: 95 % der Bevölkerung sollen Sperrgut und Elektroschrott innerhalb von 15 Minuten zu Fuss entsorgen können. (Quelle: Stadt Zürich, ERZ).
Warum plant Stäfa einen „Entsorgungs-Magneten“, der den LKW- und PKW-Verkehr in einem einzigen Quartier bündelt, während fortschrittliche Städte die Last fair verteilen und den Verkehr ganz vermeiden?
3. Lebensqualität statt Lärm-Hotspot
Die Industriestrasse 13 liegt in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten. Ein zentraler Hof bedeutet:
- Dauerbelastung: Ständiger Lieferverkehr, und das An- und Abfahren von schweren Containern liegt direkt vor der Haustür der Anwohner.
- Sicherheitsrisiko: Mehr LKW-Bewegungen auf Strassen, die teilweise auch als Schulwege oder Zubringer für Wohnquartiere dienen.
Unsere Forderung: Stoppt die Fehlplanung!
Der Gemeinderat sollte die Energiestadt-Zertifizierung ernst zu nehmen. Wir brauchen keine „Beton-Lösung“ an der Industriestrasse, sondern ein quartiernahes Entsorgungskonzept, das:
- Den Verkehr reduziert statt ihn zu maximieren.
- Die Lärmlast auf mehrere, kleine und zeitlich begrenzte Standorte verteilt.
- Den Bürgern ermöglicht, Sperrgut auch ohne Auto (per Velo oder zu Fuss) zu entsorgen.
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