Öffentlichen Ankündigung der Abfallsammelstelle

Heute wurde auf https://www.nau.ch/ort/stafa/stafa-erhalt-einen-bedienten-recyclinghof-im-industriegebiet-66869815 öffentlich die Abfallsammelstelle in der Industriestrasse 13 in Stäfa angekündigt. Wir wollen uns zuallererst bei allen bis dato 342 Teilnehmern unser Online Petition bedanken, die unserer Forderung gegen den Ausschluss der Öffentlichkeit Nachdruck gegeben haben.

Wir wollen an dieser Stelle auch Stellung zu einigen Aussagen in benanntem Artikel nehmen.


Stäfa erhält einen bedienten Recyclinghof im Industriegebiet

Ab 2025 bietet Stäfa eine stationäre und bediente Recyclingstelle im Industriegebiet Laubisrüti. Der neue «Ökihof» ersetzt die bisherigen Sammelstellen.

Ob ein Recyclinghof so Nahe zum Wohngebiet baukonform ist, muss noch von einigen Gerichten beurteilt werden. Der Titel suggeriert fälschlicherweise, dass der Recyclinghof bereits abgesegnet sei. Des Weiteren widerspricht die Aussage, dass bisherige Sammelstellen ersetzt werden, der Aussage von Frau Kuhn beim Treffen mit den Anwohnern. Hier wurde kommuniziert, dass nur Material, dass sonst nicht anderweitig entsorgt werden könnte für die geplante Abfallsammelstelle beim Wohngebiet in Betracht kommt.

Wie die Gemeinde Stäfa informiert, ist das Angebot an Entsorgungsmöglichkeiten in der Gemeinde so vielseitig und breit, dass die Bevölkerung immer wieder den Abfallkalender konsultieren muss, um sicher zu gehen, was wann wo entsorgt werden kann.

Dies ist eine Pauschalaussagen, für die keine Belege geliefert werden oder werden können. Wieviele Einwohner konsultieren regelmässig den Abfallkalender? Beim Treffen mit Frau Kuhn wurde ähnlich argumentiert, dass eine Sammelstelle dringend notwendig sei da viele Zuzügler nach den Entsorgungsmöglichkeiten am Empfang fragen würden. Dies entspricht nicht unserem Verständnis einer sorgfältigen Bedarfsanalyse, was wiederum die Frage aufwirft, wer hier welche Interessen hat!?

Gleichzeitig sind die Entsorgungszeiten in Stäfa wesentlich beschränkter als in den Nachbargemeinden, denn Stäfa ist die einzige Gemeinde im Bezirk Meilen, die ihren Einwohnerinnen und Einwohnern bisher mangels einer geeigneten Lokalität keine bediente stationäre Sammelstelle zur Verfügung stellen konnte.

Dies ist wohl korrekt, zeigt jedoch lediglich eine mangelnde Planung seitens der Gemeindeverwaltung auf. Nun sollen die Anwohner für dieses Versäumnis büssen?

Während die Strassensammlungen und die Quartiertouren planmässig verlaufen und von der Bevölkerung gut genutzt werden, stellen die unbetreuten Sammelstellen für viele ein Ärgernis dar. Insbesondere die Sammelstellen beim Bahnhof Stäfa und dem Werkhof Töbeli sind einem hohen Entsorgungsdruck ausgesetzt, regelmässig kommt es mangels Alternativen zu unschönen Deponierungen von für die Sammelstelle nicht vorgesehenen Materialien.

Es ist uns unklar, wieso die Sammelstellen am Bahnhof und Töbeli als unbetreut bezeichnet werden. Es ist Personal vor Ort. Und wer war schonmal am Töbeli entsorgen und musste auf einen Platz lange warten? Wohl keiner. Dies wird jedoch beim so harmlos titulierten „Ökihof“ der Fall sein, wenn auch Anwohner umliegender Gemeinden am Feierabend und Samstag zur Entsorgung kommen. Wer schonmal am Samstag Nachmittag in Meilen war weiss, welche Autoschlangen zu erwarten sind.

Der Gemeinderat hat nun entschieden, mit der Eröffnung des «Ökihof» die betreuten abendlichen Sammelstellen am Bahnhof Stäfa (Freitagabend und erster Samstag im Monat) und Töbeli (Dienstagabend) durch das neue Angebot zu ersetzen. Die in der Bevölkerung gut verankerte und akzeptierte Quartiertour wird beibehalten.

Stäfa bietet als einzige Gemeinde im Bezirk Meilen bisher keine stationäre, bediente und werktags geöffnete Sammelstelle an. Dies dürfte der wesentliche Grund sein, dass in Stäfa mehr Abfall pro Person und Jahr entsteht als durchschnittlich im Bezirk, während weniger Papier und Glas recycliert werden, wie das statistische Amt des Kantons Zürich auflistet.

Es ist unklar, warum ein Mangel an Bereitstellung von Entsorgungsmöglichkeiten die Abfallproduktion erhöhen soll. Korrelation ist nicht Kausalität.

Ein gutes Recycling-Angebot, wie es eine bediente Sammelstelle darstellt, wirkt sich demgegenüber positiv auf die Recycling-Quote aus. Stäfa ist eine der einwohnerstärksten Gemeinden im Bezirk Meilen, dennoch muss die Stäfner Bevölkerung auf Sammelstellen in den umliegenden Gemeinden ausweichen und entsprechend weitere Wege in Kauf nehmen.

Die Gemeindeverwaltung Stäfa versäumt es Zahlen zur Ausnutzung des Werkhof Töbeli zu präsentieren. Die genannten Argumente wurden nicht quantitativ belegt, und sind demnach als plakative Mutmassungen angesehen werden.

Idealer Standort in der Industriezone Laubisrüti

Der Standort der neuen Wertstoffsammelstelle erweist sich für die Gemeinde als Glücksfall. Die im Bezirk Meilen bestens verankerte Firma Schneider Umweltservice konnte eine Lagerhalle am südlichen Rand der Industriezone Laubisrüti mieten, um dort neu eine zonenkonforme Rückgabestelle für Recyclinggut zu eröffnen.

Dies ist unserer Meinung nach falsch. Die Industriezone Stäfa ist mit der Empfindlichkeitsstufe III gekennzeichnet, die gleiche Empfindlichkeitsstufe wie eine Mischzone. Eine Abfallsortieranlage ist als „STARK störend“ einzustufen, und hat laut Bauamt des Kantons Zürich in solchen Zonen nichts verloren.

Den Standort als „ideal“ zu bezeichnen ist irreführend. Ohne aufzuzeigen welche anderen Optionen vorliegen und Zahlen zur Auslastung der momentanen Infrastruktur zu zeigen, ist dies wieder ein kaum fundierte Mutmassung.

Screenshot

Der Standort liegt zentral zwischen den Ortsteilen Stäfa und Ürikon nahe der Buslinie und ist deshalb mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso gut zu erreichen wie mit privaten. Dabei führt der Zubringerverkehr nicht durch Wohnquartiere. Ablad und Umschlag finden in einer geschlossenen Halle statt.

Hier wird bewusst die Tatsache verheimlicht, dass laut Planung angedacht ist, mehrere hunderte Autos am Tag in zehn Metern Entfernung zum Wohngebiet mit spielenden Kindern auf Trampolins durchzuleiten. Die Halle kann allein aufgrund der Tatsache, dass die PKWs reinfahren müssen, nicht vollkommen geschlossen sein.

Auch wird verheimlicht, dass die Laubisrütistrasse durch eine Vergrösserung der Landi und durch einen weiteren Standort von Sensirion ein beträchtliches zusätzliches Verkehrsaufkommen zu erwarten hat. Die Laubisrütistrasse hat viele direkt anliegende Privatwohnungen, die von diesem Verkehr beeinträchtigt sein werden.

Damit ist sichergestellt, dass die Geräuschimmissionen für die Umgebung minim sind. Das private Unternehmen wird nun für die Nutzung der Lagerhalle in den nächsten Tagen ein Baugesuch einreichen.

Wir können der Argumentation nicht folgern. Es liegt unseres Wissens kein Lärmkonzept vor. Solange keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt wurde, ist die Behauptung, dass Lärmimmissionen minimal sind, aus der Luft geholt.

Eröffnung des «Ökihofs» im ersten Halbjahr 2025

Die Inbetriebnahme der neuen Sammelstelle «Ökihof» ist für das erste Halbjahr 2025 vorgesehen. Im Jahr 2021 fand die Ausschreibung der Abfallentsorgung für das ganze Gemeindegebiet statt.

Bei dieser Ausschreibung erhielt die Firma Schneider Umweltservice den Zuschlag für den Betrieb von Sammelstellen für Abfälle und Recyclinggut in Stäfa. Diese Sammelstellen werden bisher an zwei Abenden pro Woche temporär installiert.

Im Sommer 2024 stimmte der Gemeinderat einer Vertragsänderung zu, um die temporären Sammelstellen durch einen bedienten Recyclinghof zu ersetzen. Als gebührenfinanzierter Bereich wirkt sich die Abfallentsorgung nicht auf die Erfolgsrechnung der Gemeinde aus.

Dank der Aufhebung der temporären Sammelstellen lässt sich der Betrieb des «Ökihof» ohne Gebührenerhöhung finanzieren.

Hier wird wohl versucht, auf unsere Frage, ob ein Submissionsverfahren gemacht werden muss, einzugehen. Dies hängt unseres Wissens von der Höhe der Auftragsvergabe ab. Ob eine Umwandlung eines bestehenden Vertrages rechtens ist, können wir momentan nicht beurteilen.

Anwohner äussern Bedenken

Inzwischen hat eine Gruppe von Anwohnerinnen und Anwohnern der Gebiete um die Industriezone herum Befürchtungen angemeldet, die Sammelstelle in der Halle könnte sich negativ auf ihre Liegenschaften auswirken. Der Gemeinderat nimmt die Einwendungen ernst, will gemeinsam mit der Bevölkerung Optimierungen suchen und die Auswirkungen der Wertstoffsammlung auf alle Teile der Stäfner Bevölkerung diskutieren.

Zu diesem Zweck führt er am 22. Januar 2025 eine Infoveranstaltung im Gemeindesaal Obstgarten durch. Die Details zu diesem Anlass werden rechtzeitig publiziert.

Die Aussage, dass es sich um eine Gruppe von Anwohnern handelt, die sich allein um Ihre Liegenschaften sorgen, ist falsch. Im Angesicht der Tatsache, wie oft wir versucht haben unsere Bedenken über Lärm- und Verkehrsbelastung, sowie dem fatalen Einfluss für das Naherholungsgebiet Goetheweg/Böllegarten – einem der Aushängeschilder Stäfas – mit der Gemeindeverwaltung zu teilen, ist diese Darstellung auch schlichtweg beleidigend. Ausserdem sollte eine Gegenbewegung von 340 Personen nicht als „Gruppe“ kleingeredet werden.

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