LÄRM. STAU. GEFAHREN. Willst Du das vor deiner Haustür?
In Stäfa soll 2025 ein grosser Recyclinghof von Schneider Umweltservice, keine 10 Meter vom Wohngebiet entfernt und in direkter Nähe zum Naherholungsgebiet Stäfas in Betrieb genommen werden.
Dass Müllentsorgung wichtig ist, ist klar. Doch ein guter Standort sollte die Lärm- und Verkehrsbelastung für den Menschen niedrig halten und baurechtlich konform sein. Die Halle in der Industriestrasse 13, in der der Recyclinghof in Betrieb genommen werden soll, ist in Privatbesitz. Im Juni 2024 haben die Anwohner durch Zufall Wind von den Planungen erhalten. Auf Nachfrage wurde das Projekt als “angedacht” bezeichnet, dem Vormieter war allerdings zu diesem Zeitpunkt schon gekündigt worden. Dies legt nahe, dass das Projekt bereits als besiegelt angesehen wurde, bevor man ein Lärmgutachten in Betracht gezogen hat und proaktiv auf die Bevölkerung zugegangen ist. Die Bewilligungspflicht des Vorhabens wurde seitens der Gemeinde entschieden verneint – das Projekt wäre nicht bewilligungspflichtig.

Fünf Monate lang bemühten wir uns darum, von der Gemeinde mehr Details zum Lärm- und Verkehrskonzept zu erhalten, sowie die Bewilligungspflicht zu klären. Keine Antwort. Wir starteten diese Website, und eine Online-Petition mit mittlerweile 437 Unterschriften, da wir anderweitig kein Gehör fanden. Mit Erfolg: Im November 2024 machte die Gemeindeverwaltung endlich das Projekt öffentlich und stellte ein Baugesuch. Das Baugesuch klärte endlich, was konkret geplant ist: Eine Recyclingsammelstelle mit ähnlichen Dimensionen wie in Meilen, mit Kartonpressen und täglichem Lastwagenverkehr zwischen 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends.
Das Baugesuch machte auch klar, dass die zwei wichtigsten Punkte unserer Forderungen nicht geklärt sind:
- Ein Lärmkonzept, das Anwohner aus dem Wohngebiet ausreichend schützt: Das Lärmgutachten, welches im Zuge des Baugesuches erstellt wurde, ergibt, dass Lärmgrenzwerte in einem Computermodell berechnet nur knapp eingehalten werden (Anlieger der Wohnzone sind <= 55 dB ausgesetzt, der Grenzwert beträgt 55 dB). Inwiefern dieses Computermodell die Realität abbildet, ist unklar. Selbst wenn diese Werte sich als akkurat erweisen, kam es 2016 in Meilen zu einem Prozess gegen Schneider wegen 268 (!) Verstössen gegen das Lärmschutzgesetz. Dies sollte unsere Skepsis bezüglich des Lärmschutzes erklären.
- Ein Verkehrsgutachten und eine Umweltverträglichkeitsprüfung, welches die Auswirkungen des zu erwartenden Mehrverkehrs auf die Zufahrtsstrassen analysiert. Schon heute ist die Ecke Laubisrüti/Industriestrasse heikel: Fussgänger, Velofahrer, Besucher der zahlreichen ansässigen Betriebe per PKW, sowie Busse des ÖV müssen dieses Nadelöhr passieren. Wenn in der Eichstrasse 47 und aufwärts ein Notfall vorliegen sollte, müssen hier auch noch Krankenwagen oder Feuerwehr passieren können.
Des Weiteren fordern wir im Rahmen des Öffentlichkeitsgesetzes Einsicht in die im Bezug auf das Projekt relevanten Dokumente, wie zum Beispiel die Verträge der Gemeinde mit Schneider Umweltservice, und bzgl. des geplanten Kaufes der Industriestrasse aus Privatbesitz seitens der Gemeinde. Dies sollte zur Transparenz beitragen, wie Steuergelder verwendet werden.
Wir sind der Meinung, dass die Industriestrasse 13 kein guter Ort für einen Recyclinghof ist. Der Abstand zum Wohngebiet ist zu klein und die Verkehrsinfrastruktur nicht vorbereitet. Der Werkhof Töbeli ist trotz Öffnung an nur einem Tag in der Woche nur moderat frequentiert, was die Notwendigkeit eines Recyclinghofes, der 12 Stunden am Tag in Betrieb ist, in Frage stellt. Lukrativ ist dies für den Betreiber sicherlich, wenn umliegende Gemeinden hier entsorgen kommen.
Sofern Sie sich mit unseren Argumenten gegen diesen Recyclinghof in Stäfa identifizieren können, unterstützen Sie unsere Online-Petition!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.